Ignoranz oder Mangel an Demokratieverständnis?

 

B239n-Nein Danke  - B 66n-ohne uns ! - Gegen die C-Trasse der B 239n

 

Zum „Kandidaten-Check“ der Bürgermeister -Kandidaten der Stadt Lage in der LZ vom 2. September

Die Antworten von Bürgermeister Liebrecht zur Ortsumgehung im Kandidaten-Check zeigen, dass er nicht nur „seit 2012 vom Land NRW nicht mehr viel gehört“ hat, sondern weiterhin die zeitnahe Umsetzung lediglich des Teilstücks um das alte Dorf Ehrentrup herum anstrebt.

Entgegen seiner Behauptungen würde diese ‚Lösung‘ nach Ansicht der Bürgerinitiativen gegen die Ortsumgehung Lage aber keine wesentlichen Entlastung der Innenstadt bringen, sondern vielmehr das Gegenteil bewirken, weil der Verkehr in Richtung Bad Salzuflen weiterhin durch die Innenstadt führe.

Dagegen zeigt die Antwort von Herausforderer Roetzel:„Wenn Umgehungsstraße, dann ganz oder gar nicht!" schon mehr Verständnis für die Problematik. Er ignoriert dabei aber leider, dass es diese „ganze Lösung“ nur gegen den Widerstand der betroffenen Bevölkerung geben würde.

 

Kurz vor dem „Kandidaten-Check“ hatten die drei Bürgerinitiativen einen „Offenen Brief“ an die beiden Kandidaten und die Presse geschickt und den beiden Kandidaten darin einige kritische Fragen zur Ortsumgehung Lage gestellt.

„Eine Woche später haben wir leider noch keine Reaktion bzw. Antworten der Kandidaten auf unsere Fragen erhalten. Sieht so Demokratieverständnis aus, indem man die Sorgen der von einer geplanten Ortsumgehung Betroffenen einfach ignoriert?“ so Horst Gerbaulet, Vorsitzender der Bürgerinitiative „B 239n-Nein Danke!“

Die Initiativen erwarten jedenfalls, dass Straßen.NRW seine neuen Pläne schon bald auf den Tisch legen wird. Dann wird sich voraussichtlich zeigen, dass sich die Straßenpläne nur unwesentlich verändert haben. Das hätte zur Folge, dass die alten Diskussionen wieder aufflammen werden.

Nur zur Erinnerung: In Lage haben sich rund 3500 Wählerinnen und Wähler gegen die Ortsumgehung ausgesprochen. In den betroffenen Ortsteilen entspricht das teils mehr als einem Drittel der Bevölkerung. Wir fragen uns daher: „Kann man eine sinnvolle Lokalpolitik und „Bürgerbeteiligung“ gegen den ausdrücklichen Wunsch einer derart großen Wählergruppe betreiben?“ so Heide Ritter, Vorsitzende der Bürgerinitiative „Gegen die C-Trasse der B 239n“.

Die Gegner der Ortsumgehung  werden jedenfalls sehr genau hinschauen, wie sich der Rat der Stadt Lage zu den neuen Planungen von Straßen.NRW verhalten wird.

Sollten die Argumente und der Widerstand der Bürgerinitiativen weiter ignoriert werden und weiter nur der Abschnitt um Ehrentrup herum zeitnah umgesetzt werden soll, wie es der Bürgermeister gerne hätte, dürften diese Überlegungen spätestens vor Gericht scheitern. Nur zur Erinnerung: Schon vor mehr als 30 Jahren hatten die Richter in ihrem Urteil festgestellt, dass die Realisierung nur eines Teilabschnittes der Straße keinen Sinn mache. Das Gleiche hat im Übrigen auch das durch die Stadt Lage mit der Erstellung des Verkehrsentwicklungsplanes beauftragte Büro shp-Ingenieure festgestellt!

„Aus Sicht der Bürgerinitiativen ist es daher höchste Zeit, endlich an den Alternativen zu arbeiten!“ so Gerd Bicker von der Initiative „B 66n-ohne uns!“

 

Vielleicht löst ja auch der geplante neue Bundesverkehrswegeplan das Problem, wenn er der Straßenplanung um Lage keinen ausreichenden Verkehrswert zuerkennt.

Die Bürgerinitiativen bieten weiterhin allen Parteien an, sich mit ihnen ernsthaft über die Planungen und deren Alternativen zu unterhalten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.