LZ 21.02.2020

Die Lippische Landeszeitung berichtet am 21. Februar 2020 ausführlich über die Stellungnahme des Bündnisses gegen die B239n zur Ablehnung eines Antrags der GRÜNEN. Der Antrag der GRÜNEN im Verkehrsausschuss des Kreises Lippe forderte eine Resolution der Kreises gegen den Neubau der B239n. Mit den Stimmen von CDU, SPD und FDP wurde der Antrag abgelehnt.

Insbesondere der Umstand, dass lediglich Strassen.NRW unter Ausschluss der Öffentlichkeit vom Ältestenrat des Kreises zu dem Thema gehört wurde, stieß bei den Umweltverbänden und Initiativen auf Unverständnis.

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Gemeinsame Stellungnahme zum LZ Artikel vom 13.02.2020

Die Grünen sind in der Sitzung des Kreis- Verkehrsausschusses vom 12.2.2020 mit dem Antrag gescheitert, eine Resolution für einen Baustopp der B239N zwischen Herford und Lage zu verabschieden.
Im Folgenden möchten wir uns vornehmlich anhand der Zahlen und Fakten aus dem Bundesverkehrswegeplan (BVWP) zu einigen wichtigen Punkten in dem LZ Artikel äußern.

Die jetzt von Strassen.nrw (plötzlich) genannten 10 Minuten Zeitersparnis bei einem Neubau der B239N, sind im Bundesverkehrswegeplan nicht zu finden oder in irgendeiner Form belegt.
Größter wirtschaftlicher Nutzen für die Volkswirtschaft sind, laut BVWP, „Einzelreisezeitgewinne größer als 60 Sekunden“. In diesem Zusammenhang sei allerdings auch einmal die Frage an die Befürworter erlaubt, wann die Zerstörung unserer lippischen Heimat in einer solchen Dimension gerechtfertigt sein kann, bei 1 Minute, 5 Minuten oder 10 Minuten Reisezeitgewinn?

Die Grundplanung zur B239N sind über 50 Jahre alt und haben sich in all den Jahrzehnten auch nicht grundlegend geändert. Ein in unseren Augen notwendiges neues Linienbestimmungsverfahren wird zudem bis dato abgelehnt. Natürlich sind und werden die Pläne von Strassen.nrw immer wieder überarbeitet und stellen somit eine „aktuelle Planung“ dar. Im Kern ist diese Planung jedoch ein verkehrspolitischer Dinosaurier und ein –wider besseren Wissens- asphaltiertes und betoniertes Weiter so.
Nicht nur der vom Menschen verursachte Klimawandel erfordert ein sofortiges Umlenken in der Verkehrspolitik. Die von der Bundesregierung beschlossenen 40-42% Einsparung von Treibhausgasen im Verkehrsbereich bis 2030 als Beitrag zum Klimaschutz sind mit solchen Planungen keinesfalls zu erreichen.

Im Bundesverkehrswegeplan ist die ‚Flächeninanspruchnahme’ mit 51,9 Hektar aufgeführt und die ‚Inanspruchnahme von Vorrangflächen des Landschaftsschutzes’ mit 94,5 Hektar.
Das bedeutet eine direkte Versiegelung und eine weitere Verschlechterung bzw. Nutzung für insgesamt rund 146 Hektar Ackerland, Wald, Auen und Wohnraum. Diese sind jedoch im Gegensatz zu den Reisezeitgewinnen (350 Millionen) und dem neu entstehenden Verkehr (86 Millionen), die in die wirtschaftliche Berechnung für den Strassenneubau einfließen konnten und diesen erst legitimieren, nicht „monetär zu erfassen“. Ein unglaublicher Vorgang, der zu Recht auf immer breiteren Widerstand stößt.

Und wenn einem die Argumente für einen Strassen Neubau langsam ausgehen, wird reflexartig immer gerne auf die „überlebensnotwendige Notwendigkeit für die Wirtschaft“ verwiesen. Eine übrigens mehr als zynische Formulierung, die zudem durch keinerlei wissenschaftliche, unabhängige Studien belegt ist. Die Wirtschaft in OWL boomt seit Jahren, auch ohne einen Neubau der B239N.
Interessant sind und bleiben die unterschiedlichen Interpretationen über die Auswirkungen auf das Umweltzentrum Heerser Mühle. Da ist von „tangiert“ bis „das Areal der Heerser Mühle wird nicht bebaut“ alles dabei. Fakt ist jedoch, dass der Neubau der B239 – und das nicht allein während der jahrelangen Bauphase- das Ende des Umweltzentrums in seiner jetzigen Form bedeuten würde. Etwa ein Drittel der heutigen Fläche wäre verloren und eine nachhaltige Umweltbildungs- und Naturschutzarbeit wäre dann hier nicht mehr möglich.

Die Gelegenheit sich vor der Entscheidung unvoreingenommen zu informieren ist vertan worden. Nur die Position von Strassen.nrw zu hören ist unseres Erachtens nicht geeignet, sich ein realistisches und ausgewogenes Bild zur aktuellen Planung machen zu können.

Oder um es einfach auszudrücken: Die Kreistagsfraktionen haben sich von den Strassenbauern über den Vorteil von Straßenbau informieren lassen und dann völlig überraschend für Straßenbau plädiert.

Bildurheber/ Autor Thomas Reineke

Der Landesbetrieb Straßenbau hat eine Grafik des Knotenpunkts erstellt, der die heutige Kreuzung am Werler Krug ersetzen soll. Die Bezirksregierung könnte für die Pläne noch in diesem Jahr das Baurecht erteilen. Klagen dagegen sind mehr als wahrscheinlich.

Vergangende Woche in der Lippischen Landeszeitung:

Artikel // LZ online

Die Bürgerinitiative B239n-Nein Danke e.V. lud ein zum Trassenfest 2019 in Lage-Ehrentrup, am Vorlandweg 41. Die Bürgerinitiative informierte dort, am Rand der geplanten Trasse der B239n über den Stand der Planungen.

Weit über einhundert interessierte Bürger diskutierten mit den Aktiven der Bürgerinitiative B239n-Nein Danke e.V., Politikern verschiedener Parteien und Vertretern von Umweltschutzverbänden über das geplante Strassenprojekt.

Die Eröffnung des Planfeststellungsverfahren für den Bau des Abschnittes um Lage soll bereits im kommenden Jahr 2020 erfolgen.

Die LZ berichtete online über das B239 Trassenfest
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Mehr Infos und Bilder auch auf den Seiten von
Bündnis Pro Mensch & Natur – Kein Neubau der B239 - b239n.net
und dem
BUND Lippe

Oliver Krischer, MdB und stv. Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90 / Die GRÜNEN im Bundestag besuchte das alte Dorf Ehrentrup, um sich selbst vor Ort in Lage einen Überblick von der Situation im Zusammenhang mit der geplanten B239n zu machen.

Oliver Krischer, MdB in Ehrentrup an der geplanten Trasse der B239

Die geplante Trasse würde die Felder und Auen südlich von Lage zerschneiden und auf großer Fläche landwirtschaftlichen Betrieb unmöglich machen. Zudem würden die Werreauen und verschiedene Waldgebiete durchschnitten und viele Tier- und Planzenarten massiv weiter zurückgedrängt. 

Oliver Krischer, Mitglieder verschiedener Parteien im Lagenser Rat, betroffene Landwirte vor Ort, der Vorsitzende der örtlichen Bürgerinitiative B239n - Nein Danke e.V. und viele interessierte Bürger nutzten die Gelegenheit zur Aussprache.

Die örtliche Bürgerinitiative wird gemeinsam mit dem Bündnis Pro Mensch & Natur den weiteren Widerstand im kommenden Planfeststellungsverfahren koordinieren.

Für die B239n Ortsumgehung Lage (B 239 OU Lage, B239 S – B 239 N)  als Teil des geplanten Neubaus der B239 im Kreis Lippe rückt das Planfeststellungsverfahren näher.

Dieses soll im kommenden Jahr 2020 bei der Bezirksregierung in Detmold beantragt werden.

Gleichzeitig sind die Kartierungen von geschützten Tierarten in dem Gebiet viele Jahre alt und müssen aktualisiert werden.

Mehr dazu in Kürze!

Zahlreiche Bürger - und Umwelt- Initiativen, Landwirte, Anwohner und Unternehmer haben sich am 09. April 2019 zusammengeschlossen, um gemeinsam den Bau der B239n zu verhindern. Und nein - es sind nicht die üblichen Verdächtigen - hier treten Menschen aus den unterschiedlichsten Bereichen gemeinsam an, um ihren Widerstand gegen das Projekt deutlich zu machen. Hier stehen örtliche Unternehmer wie das Autohaus Bollhöfer, Wohnwagen Ulrich Seite an Seite mit betroffenen Landwirten, Biogärtnern bis hin zum Kreisimkerverein zusammen. Zahlreiche Bürgerinitiativen (BI B239n-NeinDanke (Lage); BI B66-ohne uns! (Lage-Heiden); BI Pro Ilsetal (Lemgo) und lokale BUND und NABU - Ortsgruppen sowie das Umweltzentrum Heerser Mühle bilden eine starke Allianz im Widerstand gegen das höchst umstrittene Strassenbauprojekt.
Als zentrale Plattform ist eine neue Webseite online:

Das Bündnis pro Mensch & Natur ist zukünftig zentraler Infopunkt für Bürgerinnen und Bürger. Glück auf! www.B239n.net

Wir sind mit einem Informationsstand bei Lippe öko Logisch - einer Veranstaltung vom Aktionsbündnis: Schützt Menschen und Tiere im Detmolder Westen e.V., Lippe im Wandel e.V., NABU Lippe e.V. und BUND Kreisgruppe Lippe vertreten. Markus Krüger referiert zur Verkehrsplanung über die B239n für den BUND.flyer_lippe-oekologisch[1817]